Zurück zur Startseite

Einfach erklärt

Wie die Anlage entscheidet

Die Anlage trifft alle paar Sekunden dieselbe Entscheidung: Wohin mit dem Strom, der gerade da ist? Der ganze Trick steckt in einem Unterschied, den jeder aus dem Alltag kennt: wie viel pro Stunde hereinkommt (die Leistung, in kW) gegen wie viel schon angespart ist (die Energie, in kWh).

Grober Ablauf einer Runde

Vier Schritte, immer gleich – die Details stecken im Bild weiter unten.

1
SchauenWie viel kommt herein, wie viel kostet der laufende Betrieb?
2
RechnenÜberschuss = Einnahmen − Ausgaben (gerade jetzt)
3
Verteilennach fester Rangfolge, mit Schwellen & Reserve
4
Sanft nachstellenkleine Schritte, kein Hin-und-Her

↻ … und alle ~5 Sekunden von vorne (eine schnelle Korrektur justiert zwischendrin alle 2 s)

So liest du das Bild

Mindest-Schwelle. Ganz oder gar nicht: Eine größere Anschaffung lohnt erst ab einem Mindestbetrag – sonst wird sie ausgelassen. (Das Auto braucht 3-phasig ~4,5 kW zum Starten.)
Bedingter Weg. Gestrichelt = passiert nur unter einer Bedingung – der Dispo (Netzbezug) springt nur ein, wenn Preis und Freigabe stimmen.
Notgroschen-Linie. Bis hierher und nicht tiefer: Unter die Reserve wird das Sparschwein (Batterie) für anderes nicht angetastet.
Aushilfe am Abend. Kommt nichts mehr herein, hilft das Sparschwein (Batterie) aus und versorgt den laufenden Betrieb.
Kleine Schritte & zwei Takte. Beträge ändern sich behutsam (kein Hin-und-Her); großer Blick alle ~5 s, schneller Feinschliff alle 2 s.

Das Bild: Haushaltskasse

Geld strömt herein – mal viel, mal wenig pro Stunde. Die Fixkosten gehen zuerst ab. Was übrig bleibt, fällt eine feste Rangfolge hinab: erst die geplante Anschaffung (das Auto), dann das Sparschwein (die Batterie), der Rest wandert zur Bank (ins Netz).

Einkommen €/Stunde = Leistung Fixkosten zuerst laufende Ausgaben Überschuss was übrig bleibt ① Auto-Anschaffung ② Sparschwein Notgroschen bleibt ③ zur Bank geht zuerst ab was übrig ist 1. Rang läuft über Rest ⚠ lohnt erst ab Budget Dispo-Kredit nur wenn genehmigt abends: Sparschwein hilft Beträge ändern sich in kleinen Schritten · Neuplanung ~5 s · schnelle Korrektur alle 2 s
Einkommen pro Stunde ist etwas anderes als der Kontostand – genau dieser Unterschied ist Leistung gegen Energie.
In der AnlageIm Bild
Sonne / Erzeugung jetztEinkommen pro Stunde – mal üppig, mal knapp
HausverbrauchFixkosten, die zuerst abgehen
ÜberschussWas am Ende übrig ist
Rangfolge der VerbraucherEine feste Reihenfolge: Auto, dann Sparen, dann Bank
Mindestleistung AutoGroße Anschaffung lohnt erst ab Budget – sonst gar nicht
Batterie-ReserveEin Notgroschen bleibt unangetastet
NetzbezugDer Dispo stockt auf – nur wenn genehmigt (teuer)
Batterie hilft abendsIst Ebbe, hilft das Sparschwein aus
Sanftes NachregelnBeträge ändern sich in kleinen Schritten; Blick ~5 s, Korrektur 2 s

Der Notgroschen genauer: Puffer je Verbrauchergruppe

Jede steuerbare Gruppe – Wallboxen, Heizstäbe, Wärmepumpen, Klimageräte – hält einen eigenen, einstellbaren Sicherheitsabstand zur Batterie frei, bevor sie den Speicher anzapft.

Ohne diesen Abstand würden sich alle Gruppen gleichzeitig auf die Batterie stürzen, sobald ein bisschen Reserve über dem Minimum da ist – und der Speicher wäre im Nu leer. Der Puffer öffnet die Batterie für einen zusätzlichen Verbraucher erst, wenn wirklich genug Luft nach oben ist: Notgroschen plus die Puffer der anderen Gruppen müssen gedeckt sein. So bleibt für jede Gruppe Spielraum, und keine einzelne räumt den Speicher für die anderen leer.

Noch aus → einschalten

Eine Gruppe, die noch aus ist, muss den vollen Sicherheitsabstand überwinden – den eigenen Puffer und die der anderen.

Schon an → weiterlaufen

Eine Gruppe, die schon läuft, muss ihren eigenen Puffer nicht mehr freihalten, um weiterzulaufen.

Dadurch ist Einschalten bewusst „teurer" als Weiterlaufen. Genau diese Anlauf-Hürde verhindert das Zappeln – dass ein Verbraucher startet, die Reserve unterschreitet, sofort wieder abschaltet, und das im Sekundentakt. Wer einmal drin ist, darf ruhig weiterlaufen; wer neu dazukommen will, braucht einen klaren Vorlauf.

Drei Reserven, die aufeinander stapeln. Damit sauber getrennt bleibt, was welchen Zweck hat:

1
Notgroschen (Banking-Reserve)Die prognosebasierte Grundreserve für Abend und Nacht.
2
Gruppen-PufferDer zusätzliche Sicherheitsabstand pro Verbrauchergruppe – der oben beschriebene.
+
Angebots-Puffer (Erzeugerseite)Getrennt davon: regelt nur, ab wann die volle Wechselrichter-Leistung für steuerbare Lasten „angeboten" wird.
Schwelle, ab der ein zusätzlicher Verbraucher an die Batterie darf: Notgroschen + Summe der Gruppen-Puffer. Erst wenn die frei verfügbare Batterie-Energie oberhalb des Minimums darüber liegt, wird zusätzlich geladen.

Warum dieses Bild?

Weil jeder den Unterschied zwischen „ich verdiene 20 € die Stunde" (Leistung) und „auf dem Konto liegen 800 €" (Energie) im Bauch spürt. Genau dieser Unterschied – Leistung (kW) gegen Energie (kWh) – ist der Kern dessen, was die Anlage tut. Sie ist nichts weiter als eine sehr gewissenhafte Haushaltskasse, die alle paar Sekunden neu rechnet, wohin das Geld am sinnvollsten fließt.

Und wenn Strom verkauft wird

Was der Sonnenstrom wert ist

Ein und dieselbe Kilowattstunde ist unterschiedlich viel wert – je nachdem, wohin sie fließt.

1
Selbst verbrauchenSpart den vollen Netzpreis, den du sonst zahlen müsstest. Am wertvollsten.
2
An Dritte verkaufenEin Gast lädt sein Auto und zahlt dafür – zum Solar-Verkaufspreis, der deutlich über der Einspeisung liegt.
3
Ins Netz einspeisenBringt nur die niedrige Einspeisevergütung. Der schlechteste Preis.
Der Kern: Sonnenstrom, den gerade niemand im Haus braucht, ist ins Netz verkauft fast verschenkt. An einen ladenden Dritten verkauft, bringt dieselbe Kilowattstunde ein Vielfaches. Dafür wird jeder Ladevorgang einem Kunden zugeordnet und getrennt bepreist: der Solar-Anteil zum Solarpreis, der Netz-Anteil zum jeweiligen Netzpreis plus Aufschlag.

Die stille Konkurrenz: Haus gegen Gäste

Bewohner und externe Lader wollen denselben knappen Sonnenstrom – meist unsichtbar, im Mangel sofort spürbar.

Der Bewohner

Will den Strom selbst nutzen – und spart damit den vollen Netzpreis.

Der externe Gast

Will günstig laden – und zahlt dem Betreiber dafür.

Solange die Sonne üppig scheint, ist genug für alle da. Knapp wird es an trüben Tagen und am Abend – dann fällt die Frage an: Geht die nächste Kilowattstunde in den eigenen Speicher und das eigene Auto, oder an den zahlenden Gast?

Diese Reihenfolge legt der Betreiber fest – über die Prioritäten der Verbrauchergruppen und die Preisgrenzen je Ladevorgang. Über diese Stellschrauben ist bestimmt, wer im Zweifel Vorrang hat: die eigene Batterie, das Auto der Bewohner oder der Gast.
30 Tage kostenlos ausprobieren Preise