Für Techniker & Ingenieure · Regelungstechnik
EFC ist im Kern ein getakteter Regler: Es misst am Netzanschlusspunkt und an den Wechselrichtern, bildet alle paar Sekunden die Leistungsbilanz und stellt daraus die Sollwerte für Wechselrichter, Ladepunkte, Heizstäbe und Wärmepumpen. Der entscheidende Unterschied, um den sich alles dreht: verteilt wird Leistung (kW) – der Momentanwert –, nachträglich verbucht wird die Arbeit (kWh), das Zeitintegral. Diese Seite zeigt den Regelkreis mit seinen Schwellen, Sperren und Dämpfungen – so, wie die Anlage tatsächlich entscheidet.
Messglieder liefern die Istwerte, der Regler bildet die Bilanz und teilt die Leistung nach Vorrang zu, die Stellglieder setzen die Sollwerte, die Regelstrecke (das Hausnetz) reagiert – und im nächsten Takt misst der Regler das Ergebnis wieder. Prognose, Strompreis und §14a-Vorgabe wirken als Führungsgrößen von außen.
Der Regler arbeitet mit zwei Abtastzeiten. Der Haupttakt bildet die vollständige Bilanz; ein schneller Nachführtakt korrigiert nur den Netz-Sollwert zwischen zwei Hauptbilanzen.
Haupttakt
Alle 5 s. Erfasst alle Messwerte, bildet die komplette Leistungsbilanz, teilt nach Vorrang zu und stellt die Sollwerte. Läuft ein Takt noch, wird der nächste übersprungen – Takte überlappen nie. Bewusst ruhig: die Zählerwerte sind ohnehin nur etwa alle 5 s frisch.
Schneller Nachführtakt
Alle 2 s (zuschaltbar). Bildet die Bilanz nicht neu, sondern nimmt die letzte Zuteilung und rechnet mit frischen Zählerwerten nur den Netz-Sollwert des Wechselrichters nach. Fängt schnelle Lastsprünge ab, ohne die schwere Bilanz anzustoßen.
Das komplette Flussdiagramm eines Bilanztakts – mit den Verzweigungen, die die Anlage tatsächlich prüft. Der markierte Block „Vorrangschleife" ist im nächsten Diagramm im Detail aufgeschlüsselt.
Alles in Momentanleistung (Watt). Die Arbeit (kWh) fällt erst nach der Zuteilung an – sie wird je Ladevorgang aus Leistung × Zeit verbucht.
So entscheidet der Regler pro steuerbarer Gruppe, in Vorrang-Reihenfolge. Zwei Budgets stehen zur Verfügung: der Solar-Überschuss (immer) und – nur bei Freigabe – ein begrenztes Netz-Budget.
Die Gruppen werden nach einstellbarem Vorrang bedient – jede greift den Überschuss vor der nächsten ab. Innerhalb einer Gruppe kommen Solar-only-Verbraucher vor den netzfreigegebenen. Die Hauslast läuft an der Kaskade vorbei: sie wird immer gedeckt.
Läuft eine Flotte gleichartiger Wärmepumpen, ordnet der Regler sie – und begrenzt, wie viele pro Takt neu anlaufen dürfen, damit nicht mehrere Verdichter gleichzeitig einschalten.
| Kriterium | Regel |
|---|---|
| 1 · Laufzustand | laufend vor Ruhe – ein laufender Verdichter wird nicht abgeworfen, um einen anderen zu starten (Schutz gegen Takten). |
| 2 · Priorität | Vom Betreiber eingestellte Priorität, kleiner = früher. Explizit übersteuerbar (z. B. Heizung im Winter zuerst). |
| 3 · Rolle | Warmwasser vor Kombi vor Raumheizung. |
| 4 · Gerät | Feste Gerätekennung als eindeutiger Stichentscheid. |
| Anlaufschutz | Höchstens 1 Pumpe läuft pro Takt neu an (einstellbar). Zurückgestellte bekommen in diesem Takt 0 W. |
Jedes Stellglied führt seinen Sollwert in kleinen Schritten nach, mit eigenem Mindest-Änderungsintervall, plus Totband auf der Schreibseite. So bleiben Netzanschluss und Schütze ruhig.
| Dämpfer | Wert | Wirkung |
|---|---|---|
| Lade-Rampe | 0,5 kW / 5 s | Ladeleistung ändert sich um höchstens einen Schritt je Intervall – keine Sprünge. |
| Mindest-Ladestrom | 6,5 A/Phase → 3-phasig ≈ 4,5 kW | Darunter startet der Ladepunkt nicht (ganz oder gar nicht). |
| Phasenerkennung | Phasenströme ≥ 5 A zählen | Erkennt 1- vs. 3-phasig; vor Ladebeginn Rückfall auf die verdrahtete Phasenzahl. |
| Batterie-Sollwert | max. 600 W/Takt, Totband 100 W | Begrenzte Änderungsrate; kleine Abweichungen werden nicht nachgeführt. |
| Wechselrichter-Schreibgrenze | Totband 25 W | Nur bei echter Änderung wird ein neuer Sollwert geschrieben (v. a. im schnellen Takt). |
| Mindest-Schaltintervalle | Heizstab 60 s, Wärmepumpe 300 s, Klima 60 s | Verhindert kurzes Ein-/Aus-Takten trägerer Verbraucher. |
Die Batterie ist Teil der Kaskade, aber mit Schutzgrenzen: eine Reserve bleibt der Hauslast vorbehalten, unter einem kritischen Ladezustand wird zwangsweise nachgeladen.
| Mechanismus | Verhalten |
|---|---|
| Reserve-Sperre | Für steuerbare Verbraucher wird die Batterie erst freigegeben, wenn der Ladezustand die eingestellte Reserve (plus Gruppen-Zuschläge) übersteigt. Die Reserve bleibt der Hauslast vorbehalten. |
| Tiefentladeschutz | Unter 10 % Ladezustand wird Netz-Nachladen erlaubt und ein kleiner Zwangs-Ladewunsch gestellt (rund 10 % der Maximal-Ladeleistung). |
| Lade-Abregelung | Nahe Voll fährt die Ladeleistung zurück: ab 90 % auf 95 %, ab 95 % auf 70 %, ab 97 % auf 50 %, bei 100 % auf 0. |
| Kaskade | Solar zuerst auf laufende Ladepunkte, dann Rest-Solar in die Batterie (leerste zuerst), zuletzt Entladung (vollste zuerst) zur Deckung der Hauslast. |
| Sichere Übergabe | Der Batterie-Sollwert wird laufend erneuert; fällt die Steuerung aus, geht die Batterie nach kurzer Zeit selbsttätig in Eigenverbrauch. Beim geordneten Abschalten wird die Steuerung sauber freigegeben. |
Die zulässige Netzleistung folgt aus der Sicherung am Netzanschluss. Bei aktiver Steuerbarkeit nach §14a teilt der Regler ein begrenztes Netz-Budget auf die steuerbaren Verbraucher auf.
| Aspekt | Umsetzung |
|---|---|
| Netzgrenze | Aus Spannung × Leistungsfaktor × Sicherungsstrom (Standard 50 A je Phase), auf 10 W gerundet. |
| Drossel-Zustand | Kommt vom Steuersignal des Netzbetreibers (FRE-Empfänger). Fehlt das Signal, gilt die Grenze vorsorglich als aktiv (fail-safe). |
| Dimm-Untergrenze | Je steuerbarer Gruppe bleibt ein Sockel von 4200 W (nur Gruppen über 4200 W gelten als dimmbar). |
| Gleichzeitigkeitsfaktor | Bei mehreren Gruppen wird das Budget mit einem Faktor gestaffelt (2 Gruppen 0,8 · 3 → 0,75 · … 8 → 0,5 · ab 9 → 0,45) – gemeinsames Netz-Budget aller steuerbaren Verbraucher. |
| Durchsetzung | Anforderungen ziehen zuerst aus dem §14a-Budget, dann aus dem restlichen Netz. Reicht es nicht über die Mindestschwelle, gibt es 0 W; bei Überschreitung wird abgeschaltet. |
| Hauslast bleibt frei | Nur die steuerbaren Verbraucher sind budgetiert. Die Hauslast wird immer gedeckt – reichen Erzeugung und Batterie nicht, kommt der Rest wie üblich aus dem Netz. |
| Nachweis | Drosselungs-Fenster werden alle 60 s mitprotokolliert – reiner Nachweis, ohne Einfluss auf die Regelung. |
Wetter/Ertragsprognose und Strompreis greifen nicht in den einzelnen Takt ein – sie setzen die Randbedingungen: wie viel Batterie-Reserve stehen bleibt und welcher Verbraucher Netzstrom ziehen darf.
Solar-only-Grenze
Ein Ladevorgang startet mit Preisgrenze 0 – also rein solar, bis du die Grenze anhebst. Liegt der Live-Preis unter der eingestellten Grenze, wird Netzbezug freigegeben; ohne Grenze ist Netz immer erlaubt.
Reserve-Prognose
Aus Ertragsprognose und erwartetem Verbrauch wird eine Stundenreserve gerechnet. Ab Mittag kommt vorausschauendes Laden dazu: eine erhöhte Reserve sperrt zusätzliche Lasten und lenkt Rest-Solar in die Batterie, damit sie den Abendbedarf erreicht.
Einspeisevergütung
Die EEG-Vergütung wird nach Inbetriebnahme-Datum und Anlagengröße nachgeschlagen – nur für Abrechnung und Wirtschaftlichkeit, nicht für die Sekunden-Regelung.
EFC ist ein getakteter Regler: alle 5 s eine vollständige Leistungsbilanz, Zuteilung nach einstellbarem Vorrang mit getrenntem Solar- und Netz-Budget, gedämpft durch Rampen, Totbänder und Mindest-Schaltintervalle, eingerahmt von §14a-Budget und Batterie-Reserve. Prognose und Preis setzen die Randbedingungen, die Arbeit (kWh) wird nachträglich verbucht. Jeder Takt bildet die Bilanz neu – ein verpasster Takt friert nie einen falschen Zustand ein. Das Ziel ist jede Sekunde dasselbe: möglichst viel eigener Sonnenstrom vor Ort, möglichst wenig Netzbezug.
Adapter wirkt vollständig und ist an Hardware erprobt – keine bekannten Vorbehalte.
Implementiert, aber mit Vorbehalten (z. B. firmware-abhängige Register oder noch unvollständige Steuerung) – an Hardware zu bestätigen.
Erst als Gerüst angelegt oder nur lesend und unverifiziert – noch nicht verlässlich.
Adapter existiert bereits im Code, ist aber noch nicht in der Geräteauswahl verfügbar.
Am Markt bekannt, aber (noch) nicht angebunden – bewusst nicht oder schlicht noch nicht umgesetzt.
Dein Hinweis geht direkt an unser Team – kein Account, kein Umweg.
Dein Hinweis ist angekommen.
Dein Wechselrichter, Zähler, Speicher, deine Wallbox oder Wärmepumpe fehlt noch? Melde sie – wir prüfen die Anbindung. Je mehr du angibst, desto schneller geht’s.
Deine Meldung ist angekommen. Wir prüfen die Anbindung und melden uns bei dir.
Sag uns in zwei Sätzen, worum es geht. Wir melden uns persönlich – per Rückruf, per E-Mail oder mit einer Online-Demo an einer laufenden Anlage. Kein Newsletter, keine Weitergabe.
Deine Anfrage ist angekommen. Wir melden uns in der Regel innerhalb von zwei Werktagen.